Nick Frost als Hagrid: Der Nachfolger von Robbie Coltrane
Keine Rolle der Harry Potter Serie steht so im Schatten ihrer Vorgängerin wie diese. Robbie Coltranes Hagrid ist für eine ganze Generation die Figur — und Coltrane starb 2022, was die Nachbesetzung zusätzlich auflädt.
HBO hat sich für Nick Frost entschieden. Auf den ersten Blick eine Comedy-Besetzung. Auf den zweiten die vielleicht klügste Entscheidung des gesamten Castings.
Wer Nick Frost ist
Frost ist Brite und seit den frühen 2000ern bekannt, vor allem durch seine Arbeit mit Simon Pegg und Edgar Wright:
- „Shaun of the Dead" (2004) — als Ed
- „Hot Fuzz" (2007) — als Danny Butterman
- „Paul" (2011)
- „The World's End" (2013)
- „Spaced" — die Serie, mit der alles begann
- „Into the Badlands" — Fernsehen jenseits der Komödie
Er ist BIFA-nominiert. In der Serie ist er als Hauptdarsteller gesetzt, nicht als Nebenrolle.
Warum die Besetzung passt
Hagrid ist keine komische Figur, aber er ist eine warme. Und Wärme ist genau das, was Frost in seinen besten Rollen spielt: Danny Butterman in „Hot Fuzz" ist im Kern ein gutmütiger, etwas naiver Mann, der an etwas Größeres glauben will — das ist Hagrid nicht unähnlich.
Dazu kommt die Statur. Hagrid ist im Buch halb Riese, über drei Meter groß. Das lässt sich nicht besetzen, nur andeuten — und ein Darsteller mit Präsenz hilft dabei mehr als jeder Effekt.
Was die Serie zusätzlich anders machen kann als die Filme: Hagrids Herkunft. Dass seine Mutter eine Riesin war und was das für sein Leben in der Zaubererwelt bedeutet, wird erst im vierten und fünften Band ausführlich verhandelt. In den Filmen blieb davon fast nichts übrig. Mehr dazu in unserem Vergleich Serie und Filme.
Der Vergleich mit Coltrane
Er ist unvermeidlich und unfair. Coltrane spielte Hagrid über zehn Jahre und acht Filme und prägte die Figur so stark, dass viele Leserinnen und Leser beim Buch inzwischen seine Stimme hören.
Frost hat in dieser Hinsicht keine Wahl: Er kann Coltrane nicht kopieren, ohne schlechter zu wirken, und er kann ihn nicht ignorieren, ohne das Publikum zu verlieren. Der einzige Weg ist der dritte — einen eigenen Hagrid zu bauen, der näher an den Büchern liegt als an den Filmen.
Genau das ist die erklärte Linie der Serie.
Was noch offen ist
Wer Frost in der deutschen Fassung spricht, hat Warner Bros. bislang nicht bekanntgegeben. Mehr dazu auf unserer Seite zur deutschen Synchronisation.